Der Plan

Point to point im Hobbyraum

Der Plan für diese Anlage hat sich fast von selbst ergeben, nachdem die räumlichen Gegebenheiten analysiert, sowie Obligationen und Wünsche formuliert waren.

Bei den räumlichen Gegebenheiten (Zwänge) war neben der Raumgröße und der Anordnung von Tür und Fenster noch die Haustechnik zu berücksichtigen, die sich teilweise im Hobbyraum befindet. Darüber hinaus mußte noch ein Platz für den Basteltisch gefunden werden. Letztendlich ist das alles gelungen, ohne viel Platz herzuschenken.

Obligationen (Pflicht):

  • der Bahnhof Drosendorf
  • ein Kreuzungsbahnhof (Weitersfeld)
  • lineares  Walk-around-Design (Point to Point) nach PAN (Prinzip der absoluten Nähe)
  • die Strecke soll nur einmal durch jede Szene verlaufen
  • kein Bücken oder Durchtauchen zum Betreten des Bedienbereiches
  • das Fenster soll frei zugänglich bleiben
  • freie Zugänglichkeit zur Haustechnik
  • glaubwürdige Landschaftsgestaltung (zumindest ein Stück Wald, Felder, Fluß),
  • eine Ortschaft (zumindest angedeutet)
  • Hintergrundkulisse.

Wünsche (Kür, hätte ich schon gerne)

  • Radien im sichtbaren Bereich ab 80 cm
  • möglichst lange Fahrstrecke zwischen den Bahnhöfen
  • Gleisnutzlängen vorbildgerecht (Drosendorf) bzw. für größte Zuglänge + 20 cm (Weitersfeld)
  • Steigungen/Gefälle max. 30 Promille
  • Kurvenüberhöhungen im sichtbaren Bereich

Wünsche (Draufgabe, muß aber nicht sein)

  • Schlanke Weichen
  • Sichtblende mit Beleuchtung nach Guckkasten-Prinzip

Keine Gleisplanmisshandlung auf der Lokalbahn

Alle diese mehr oder weniger gewichteten Vorgaben mußte ich nun unter einen Hut bringen. Letztendlich ist die Sache dann gar nicht so schwer gefallen, auch Dank persönlicher Unterstützung eines gewissen OOK...

Anhand der Vorgaben hat sich ein U-förmiger Grundriß angeboten, um den Platz optimal auszunützen und möglichst lange Fahrstrecken zu erzielen. Auf dem längsten Schenkel (445 cm) findet Drosendorf bequem Platz. Hier an Gleislängen zu kürzen wäre gar nicht sinnvoll gewesen, da dieser Bahnhof im Vorbild schon sehr knapp bemessen ist. Über den kurzen (295 cm), landschaftsbetonten Schenkel geht es hinüber zum Bahnhof Weitersfeld, der auf dem breiteren Schenkel liegt (385 cm lang). Hier ist es sogar gelungen, den Gleisplan weitgehend zu übernehmen- auch der "echte" Bahnhof Weitersfeld liegt im Bogen und hatte damals tatsächlich nur drei Gleise. Lediglich eine gewisse Kürzung der Nutzlängen war platzbedingt notwendig.

Ein Prinzipbild der Anlage. Die Zahlen bedeuten: 1) Aufnahmsgebäude Drosendorf, 2) Rampe und Magazin, 3) Lagerhaus Drosendorf, 4) Heizhaus, 5) Brücke über den Thumeritzbach, 6) Anbindung Silo, 7) Aufnahmsgebäude Weitersfeld, 8) Rampe und Magazin, 9) Lagerhaus Weitersfeld, 10) Kulissendurchfahrt, 11) Gleiswendel, 12) zu den Schattenbahnhöfen

Kulissenzauber in Retz

Vergleicht man Modellbahn mit einem Theater, so entspricht der gestaltete Bereich der Bühne, die Züge sind die Darsteller und der Schattenbahnhof (Zugspeicher) entspricht dem Bereich hinter den Kulissen, aus dem die Darsteller die Bühne betreten.

Eine Heimanlage kann sich ja auch in die dritte Dimension entwickeln, und so habe ich den Zugspeicher Retz unter den Bahnhof Drosendorf plaziert. Eine großzügige lichte Höhe, Entkuppler, gute Beleuchtung  und ausreichend dimensionierte Zugangsöffnungen sorgen für eine einfache Bedienung. Zum Auswechseln ganzer Garnituren können zudem Zugaufbewahrungskasetten (ZAK) angedockt werden.

Einmal ist genug

Für die beiden Güterzüge pro Fahrplantag sind die Gleise 4 und 6 gedacht. Sie werden nur einmal abgerufen und stehen daher auf den hinteren beiden Gleisen, die zudem die größte Nutzlänge haben. Selbstredend sind sie auf die maximale Zuglänge abgestimmt. Für den Dieseltriebwagen 5042 mit seinen wechselnden Triebwagenanhängern ist das Gleis 3 samt der Abstellgruppe 3a-c vorgesehen, darum ist dieser Bereich auch den Zugangsöffnungen am nächsten. Die Lokbespannten Personenzüge kommen auf den Gleisen 2, 52 und (alternativ zum Triebwagen) auf Gleis 3 unter.

Immer Rauchkammer voraus!

Dampfloks befuhren die Lokalbahn von Retz aus immer mit der Rauchkammer voraus. Eine Kehrschleife hat daher auch keinen Sinn, weil die Loks mit dem Tender voraus nach Retz zurückkommen. Würde der Zug auf einer Kehrschleife gestürzt, würde die Lok "verkehrt" herum am Gleis stehen. Es wird also wie beim Vorbild der Zug umfahren, dazu ist das Gleis 1 vorgesehen.

Blindflug in Nieder Fladnitz

Der Unterirdische Kreuzungsbahnhof Nieder Fladnitz liegt an der hinteren Anlagenkante unter dem Bahnhof Weitersfeld. Zugangsöffnungen von innen, also der Bedienerseite, sind daher nicht zielführend und waren grundsätzlich auch gar nicht gewünscht. Von der Außenseite der Anlage gibt es natürlich großzügig dimensionierte Eingriffsmöglichkeiten. Damit der Betrieb trotzdem sicher vonstatten geht, werden die Weichen automatisch von den Zügen selbst gestellt, das funktioniert bei Kreuzungen und auch bei Überholungen. Ein manueller Betrieb ist aber auch möglich. Damit die Züge an den richtigen Stellen zum Stehen gebracht werden können, gibt es zudem Belegtabschnitte mit Meldelampen. 

Die Anlage auf einen Blick

Name: Die Lokalbahn Retz-Drosendorf in H0

Maßstab: H0 (1:87)

Abmessungen: 445 x 295 x 385 cm

Vorbild: Lokalbahn Retz-Drosendorf

Geografische Lage: Nördliches Niederösterreich

Epoche: 3 (August 1967)

Anlagenform: U-Form (Walk in)

Länge der Strecke: 22,3 m (davon 10,0 m im gestalteten Bereich)

Kleinster Radius: 54,3 cm (im verdeckten Bereich)

Kleinster Weichenradius: 88,6 cm

Maximale Steigung: 30 Promille

Rahmen: Offener Gitterrahmen

Höhe Schienenoberkante: 95-122 cm

Bettung: Weinert, Kork

Schienenmaterial: Tillig Elite

Landschaftsunterbau: Styrodur

Hintergrund: Fotorealistischer Hintergrund

Steuerung: Digitrax DCC mit Funk-Handregler