Schlüsselspiele in Alt Weitra

Alt Weitra  silva-nortica87.at

Nachdem der beladene Hochbordwagen von der Rampe abgeholt wurde, verläßt der Nachmittagsgüterzug Alt Weitra. Hat sich da etwa ein kleiner Stau gebildet?

Bei der Eisenbahn wird Sicherheit groß geschrieben. Durch das Verschließen von Weichen und Gleissperrschuhen wird das durchgehende Hauptgleis vor Flankenfahrten geschützt. Um sicherzustellen, daß keine Garnituren über noch verschlossene Gleissperren fahren, gibt es zudem sogenannte Folgeabhängigkeiten. Das bedeutet, daß erst nach dem Aufschließen und Umlegen des Gleissperrschuhes der Schlüssel für die dazugehörige Weiche frei wird. Die kleine Bilderserie zeigt die einzelnen Schritte.

Schlüssel Gleissperrschuh

Der Güterzug ist , von Weitra kommend, auf dem Hauptgleis eingefahren. An der Rampe steht ein Hochbordwagen, der eingereiht werden soll (Bild links). Nun wird der Schmalspurwagen am Zugschluß abgehängt, und der Zug zieht vor, bis über die Weiche 1.

Der Schlüssel für den Gleissperrschuh wird im Schlüsselkasten im Aufnahmsgebäude aufbewahrt. Die Geschäftsführerin des Bahnhofes übergibt den Schlüssel an die Zugmannschaft (Bild rechts).

Gleissperrschuh

Der Gleissperrschuh ist verschlossen und sichert den abgestellten Waggon vor dem Entrollen auf das Hauptgleis, z.B. durch Wind oder Gefälle (Bild links).

Die Zugmannschaft schließt nun den Gleissperrschuh auf. Der Schlüssel für die Weiche 1 kann bei verschlossenem Gleissperrschuh noch nicht entnommen werden (Bild rechts).

Gleissperrschuh offen

Erst nachdem der Gleissperrschuh abgelegt wurde (Bild links), kann der Schlüssel für die Weiche 1 entnommen werden (Bild rechts). In dieser Position kann hingegen der Schlüssel des Gleissperrschuhes nicht entnommen werden -er wird festgehalten, bis der Gleissperrschuh wieder verschlossen ist.

 


Mit dem frei gewordenen Schlüssel kann nun die Weiche aufgesperrt werden (Bild links). Das aufgemalte "A" bedeutet, daß nicht nur der Weichenwärter die Weiche bedienen durfte, sondern eben auch die Zugmannschaft, wie in unserem Falle.

Die Weichenmechanik verfügt über eine Massensimulation, mit einem ordentlichen "Rumms" fällt die Weiche in die Ablenkung (Bild rechts).


Die Lok hat nun die Fuhre in das Ladegleis gedrückt, und der beladene Wagen wird angehängt (Bild links).

Nun zieht die Lok wieder vor. Der Fahrer des VW-Transportes scheint schon etwas genervt vom Verschub sein, ungeduldig läßt er den Motor aufheulen (Bild rechts).

Schlüsselkasten Bahnhof Alt Weitra

Nachdem die Weiche frei ist, wird sie wieder in die Grundstellung umgelegt (schwarzer Anstrich Richtung Boden, "Dreck zu Dreck") und abgeschlossen. Der Weichenschlüssel wird abgezogen (Bild links).

Mit dem Weichenschlüssel wird nun der abgelegte Gleissperrschuh aufgesperrt, wieder auf das Gleis aufgelegt und mit dem anderen Schlüssel verschlossen. Nun kann dieser Schlüssel abgezogen werden. Er wird wieder an die Geschäftsführerin übergeben. Hat sie beide Schlüssel der Gleissperren im Schlüsselkasten hängen, bedeutet dies, daß beide Gleissperrschuhe verschlossen sind und beide Weichen in der Grundstellung versperrt sind (Bild rechts).


In der Zwischenzeit hat der Zug wieder auf das Hauptgleis umgesetzt, auch der Schmalspurwaggon wurde wieder am Zugschluß eingereiht. Nach einem kurzen Plauscherl mit der Geschäftsführerin geht´s wieder weiter, zurück nach Gmünd.

Unser Freund mit dem VW- Transporter? Den hatte die Zugmannschaft aufgrund seines ungebührlichen Verhaltens bis zum Schluß "in Schach" gehalten...