Weichen stellen mit Rumms

Weiche

Eine ortsgestellte Weiche in Groß Gerungs

Ortsgestellte Weichen haben ein Weichengewicht, das es beim Umstellen anzuheben gilt. Hat es die höchste Position überwunden, fällt das Weichengewicht von selbst in die neue Endlage und bewegt dabei die Zungen der Weiche in die andere Stellung.

   Genau das wollte ich im Modell nachbilden! Auch die Geräuschkulisse beim Umstellen der Weiche erinnert schon sehr stark an das große Vorbild. Die Fahrwegsicherung wurde ebenfalls direkt vom Vorbild übernommen, mehr dazu hier.

   Das folgende Video zeigt das Umstellen einer Weiche mit solch einer Mechanik:

Die nicht unerheblichen Kräfte, die beim Umstellen frei werden, wirken natürlich nicht auf die Weichenzungen selbst- denn das würden sie nicht lange aushalten! Das aufgemalte "A" am Weichengewicht bedeutete übrigens, daß die Weiche nicht nur vom Weichenwärter bedient werden durfte, sondern auch von der Zugmannschaft.

   Doch wie funktioniert diese Mechanik nun im Detail? Das nächste Bild gibt Aufschluß:

Weichenantrieb

Im abgesperrten Zustand wird die drehbare Welle der Weichenmechanik arretiert. Das Schloß (1) greift dabei mit dem Riegel in die Sperrscheibe (2) ein und verhindert das Drehen. Eine Schraube (1a) sorgt für den Schließzwang, d.h. der Schlüssel kann nur in abgesperrter Stellung abgezogen werden.

   Wird nun an der Bedienseite die aufgesperrte Weiche umgelegt, bewegt einer der beiden Mitnehmerstifte (3) den auf der Welle frei drehbar gelagerten Hebel (4). Diese Bewegung wird durch eine Stange (5a) auf den Umlenkhebel (6) übertragen. Hier befinden sich auch die Endanschläge (7) für die Mechanik. Über zwei weitere Stangen (5b, 5c) sowie einen weiteren Umlenkhebel (8) wird die Stellbewegung auf den H0fine- Weichenantrieb (9) Nr. 805 übertragen. Dieser sorgt für die Drehung des Weichensignals und die eigentliche Bewegung der Weichenzungen. Eine Plexiglasabdeckung (10) schützt die Drehpunkte der Weichenzungen, diese sind zudem ausbaubar- sehr wichtig, falls einmal Reparaturarbeiten anfallen!

   Die Welle (11) stellt die Verbindung zum Gewicht (12) der Weichenmechanik her. Alle Lagerböcke (13) haben zudem eingesetzte Messingbuchsen für gleichbleibende Gleiteigenschaften.

Ein Weichenschlüssel vom Vorbild...

Weichenschlüssel

...und im Modell

Bei dieser Mechanik sind natürlich auch zwei Weichenschlösser möglich, z.B. wenn eine Weiche zwei Gleise für Zugfahrten verbindet. Führt der abzweigende Strang in ein Ladegleis (nur Verschubfahrten), ist nur der gerade Strang verschließbar.

   Selbstverständlich müssen alle Weichenschlösser verschiedene Schließungen haben, damit eine Fehlbedienung nicht möglich ist. Die Firma JuNi bietet derartige Möbelschlösser mit 24 verschiedenen Schließungen an.