Bahndienstfahrzeuge

Heavy Metal für die X´erl

Liliput X625 verbessert

Zwei umgebaute Modelle: man sieht-nix!

Die Motorbahnwagen der Reihe X625 von Liliput sind grundsätzlich gelungene und auch preiswerte Modelle. Im Sinne eines günstigen Preises wurden jedoch gewisse epochentypische Details (Scheibenwischer, Auspuff, Makrophone) vereinheitlicht. Mit etwas bastlerischem Geschick kann man die Modelle noch weiter verfeinern.

   Hier geht es jedoch um die Fahreigenschaften. Naturgemäß ist ein derartig kleines Modell sehr leicht, nämlich gerade einmal 46 Gramm. Zusammen mit den kleinen Rädern ergibt das eine recht bescheidene Kontaktsicherheit zwischen Rad und Schiene, was wiederum zu häufigem Stehenbleiben des Modells führt. Zwar könnte man einen elektronischen Speicherbaustein oder Kondensator einbauen, der jedoch macht den freien Fensterdurchblick zunichte. Den Speicher auf einen der Beiwagen unterzubringen erscheint zunächst naheliegend, es muß aber eine elektrische Verbindung zur Draisine bestehen. Somit kann das Modell nicht mehr freizügig eingesetzt werden, da es nun richtungsgebunden ist.

Man kann aber auch einen dritten Weg beschreiten, und das Problem an der Wurzel bekämpfen- nämlich das bescheidene Gewicht des Modelles erhöhen. Das geht recht einfach mit Walzblei. Die erste Lage wird in den Ausschnitt des Daches geklebt.

Die zweite Lage ist ein größeres Stück, die den Dachbereich innen fast vollflächig ausfüllt.

Die dritte Lage ist wieder etwas kleiner. Sie darf nicht bis zu den Fenstern reichen, da man sonst den Bleistreifen erahnen könnte. Wie auf dem Foto ersichtlich, können durchaus auch Reste verwertet werden, man wird es wie gesagt von außen nicht sehen.

   Mit dieser recht simplen Methode wird das Gewicht um 50% erhöht und liegt nun bei immerhin 70 Gramm. Saubere Schienen und polarisierte Weichenherzstücke vorausgesetzt, fährt das Modell nun ruckfrei und sauber. Obwohl das zusätzliche Gewicht im Dachbereich liegt, werden die Fahreigenschaften in Bögen nicht negativ beeinflußt, da das Modell ohnehin sehr niedrig ist und auch die Höchstgeschwindigkeit eher gemächlich ist, dazu unten mehr.

Zum Material und Werkzeug: Bei Fohrmann sind die genannten Bleitafeln erhältlich, ebenfalls sogenannte Goldschmiedescheren, mit denen die Bleitafeln ganz leicht geschnitten werden können. Achtung: Blei ist giftig- bei der Arbeit also nicht essen oder trinken und danach die Hände gründlich waschen!

   Zum Verkleben kann ich Loctite Superkleber 454 empfehlen (Gel). Sicherheitshalber sollte man nach dem Verkleben das Gehäuse mit der offenen Seite nach oben zumindest über Nacht ablüften zu lassen, um die gefürchteten Ausblühungen verhindern.

Noch ein paar Empfehlungen zum Decoder und dessen CV-Programmierung: Der Decoder ESU Lokpilot Micro (Art. Nr. 54686) eignet sich hervorragend. Ausgehend von der Werkseinstellung habe ich noch folgende Änderungen vorgenommen: Die Mindestgeschwindigkeit (CV 2) habe ich minimal auf den Wert 5 erhöht, dies verhindert zusätzlich das Stehenbleiben beim Anfahren etwas und fällt noch nicht störend auf. Die Beschleunigungszeit (CV 3) habe ich ebenfalls aus diesem Grund etwas reduziert, nämlich auf den Wert 30. Die Bremszeit (CV 4) ist mit 22 immer noch reichlich bemessen.

   Zur Höchstgeschwindigkeit (CV 5): Leider widersprechen sich die diversen Quellen in diesem Punkt. Ich würde aber meinen, daß die erlaubte Vmax anfänglich mit 46 km/h festgesetzt wurde und später auf 50 km/h angehoben wurde. Dies entspricht genau den Werten 99 und 110. Für ruckfreies Fahren sind noch folgende Änderungen wichtig: CV 52=35, CV54=30 CV55=10.

   Fazit: Mit diesen rasch durchgeführten Änderungen erhält man um kleines Geld ein vernünftig fahrendes Modell, bei dem der freie Fensterdurchblick erhalten bleibt.