Das Waldviertel

Land und Leute

Niederösterreich gliedert sich in vier Landesteile, der nordwestliche wird Waldviertel genannt. Das Waldviertel ist ein welliges Hochplateau, das gegen Süden hin, ins Donautal, abfällt.

Die Donau ist auch die Grenze zum südlich gelegenen Mostviertel. Noch Osten hin ist das Waldviertel durch den Manhartsbergzug begrenzt, an den das Weinviertel anschließt. Es gibt hier fast keine Industrie, aber Vorkommen von Bodenschätzen wie Graphit, Kaolin und Braunkohle. Heute sind diese Lagerstätten größtenteils ausgebeutet und nicht mehr abbauwürdig.

Silva Nortica, der Nordwald

Das Waldviertel war ursprünglich ein Urwald ("Nordwald/Silva Nortica") und nur dünn besiedelt. Im Hochmittelalter begann eine systematische Rodungs- und Ansiedelungspolitik, die durch Kirche und Landadelsgeschlechter getragen wurde. Ortsnamen mit Endungen wie -reith oder -schlag geben auch heute noch Zeugnis davon. Zur Zeit des Bahnbaues überwog in den Wäldern die Fichte, neben Weißkiefern (auf trockenen Standorten) und Tannen. Vom Laubholz hat bis heute nur die Buche nennenswerte Anteile. Auf besonders mageren Böden kommt die Birke zurecht. In den Wäldern finden sich auch einige Moore.

Das Klima: nordisch-herb

Im Unterschied zum Retzer Land mit seinem für den Weinbau notwendigen milden Klima, ist das Waldviertel nordisch-herb. Das raue und kühle Klima bedingt eine etwa zwei Wochen kürzere Vegetationsperiode, es überwiegt daher die Forstwirtschaft. Gerste und Hafer, Mohn und vor allem Erdäpfel (Kartoffel), für die das Waldviertel berühmt ist, kommen mit dem Klima jedoch gut zurecht.

   Nicht selten sind die Ortschaften in Mulden angelegt, um Schutz vor der Witterung zu suchen.

Konservativ und hilfsbereit

Die Menschen im Waldviertel sind noch gläubiger als andernorts. Entlang der Lokalbahn findet man daher viele Kreuze. Auch leben hier nur wenige Menschen mit einem anderen Glaubensbekenntnis als dem römisch-katholischen. Auch in der Kleidung der Menschen schlägt sich diese etwas konservative Grundstimmung nieder, vor allem aber im immer hilfsbereiten Wesen der Menschen. Hier pflegt man nicht bloß "Small talk", man hat meist auch gerne Zeit für etwas längere Unterhaltungen.

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